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Eigentlich sollte der Bericht beginnen mit Worten wie Frühmorgens machten wir uns auf, die Sissacherfluh zu begehen. Aber unser Vereinskollege Schwob hat leider kein Glück mit seinen Wanderungen (wir erinnern uns an die Emmentaler-Wanderung), den statt sonniges Dezemberwetter stand Schnee, Regen, Wind und Eiseskälte auf dem Programm. Somit blieb unserem kleinen Trüppli um Pepe, Kusi, Bützu und Brauni nichts anderes übrig als uns zusammen mit dem Auto nach St. Nuglar aufzumachen, von dem vorher niemand von uns bis jetzt was gehört hatte. Obwohl es der Ort ist,  mit der grössten Brauereidichte pro Einwohner – 2 auf 1200.

Nach ersten Orientierungsschwierigkeiten starteten wir unseren Tag im Gasthaus Rebstock, wo es das Weihnachtsbier von Feldschlösschen gab. Es mag Menschen geben, denen das schmeckt – wir als versierte Bierdegustierer kamen einstimmig zum Urteil, das es sich hier nicht um Braukunst, sondern um Massenware handelt.

Gegen die Mittagszeit war es dann soweit und wir kehrten in das Restaurant Alte Brennerei ein, wo wir von Martin Klotz freundlichst begrüsst wurden. Martin Klotz – kein ausgebildeter Brauer, eher ein Selfmadebrauer mit einem unglaublichen Bierwissen, wie wir es selten erleben. Und es geht hier nicht um Hopfensorten, Brauen, etc. – Biergeschichte wird hier erzählt und gelebt.
Aber kommen wir zuerst zum kulinarischen, den hier hat jedes Gericht seinen Bezug zum Bier. Ob die besoffene Orisforelle, selbstgebackenes Treberbrot, Bierspatzen oder Bierbrand – jedes Gericht spiegelt Martins Passion zum Hopfensaft wieder.
Unser Menu bestand aus einem Biersüppli mit Trebercroutons, einem Feldsalat mit Treberbrot und dem Bierfondue. Zwischen den Menüs lauschten wir seinen Geschichten, bekamen einen Führung durch die Microbrauerei oder degustierten eins seiner Bierkompositionen.

Kulinarisch gab es nichts zu bemängeln, das Biersüppli und auch das Bierfondue mit Bierbrand hatte keiner von uns in dieser Form schonmal gegessen – vielfältige Geschmäcker und ein stimmiges Gesamtkonzept liessen unsere Biermägen höher schlagen.
Kommen wir nun zu den Bieren, sein Angebot ist überschaubar aber hinter jedem Bier steckt eine Idee, eine Geschichte, ein Thema – und die schmeckt man. Das Pils, das Weizen und das Red Amber sind ausgezeichnete Bierkreationen mit feinsten Aromanuancen, die das Herz jedes Hopfenliebhabers höher schlagen lassen. Beim Rauchbier mit Whiskemalz scheiden sich die Geister, dieser überaus dominierende rauchige Aroma muss geliebt werden um auch das Bier geniessen zu können. Uns war es nach fein nuancierten ersten Biersorten einfach zu dominant ausgeprägt im Rauchgeschmack.

Beim Brauereirundgang entführte uns Martin in die Vergangenheit und erzählte uns die Geschichte des Bieres – dafür ging er weit zurück und wir lauschten seinen Geschichten vom Jahre 4000 v. Chr. bis ins frühe Mittelalter. Wir haben schon einige Geschichten gehört über Bier, seine Entstehung, Hopfen – aber so tief hat uns noch keiner die Entstehung unseres geliebten Bieres näher gebracht.

Nach mehreren Stunden voller Biergeschichte, Bierspeisen und natürlich Bieren machen wir uns zufrieden und inspiriert auf dem Nachhauseweg.